I still remember, I was at home for four days at the end of February to get a spiral and be infertile again, that I stepped out of the shower, one of those showers that you step into and don’t want to get out of because the steam is cozy and it distracts you from the emotions and thoughts that you forever feel.
So I was standing in that shower and I was feeling as hopeless as I ever did, asked myself over and over how to tell my mother that I don’t know how to live because adulthood and especially life overwhelms me over and over. Thus far that I- full of aspirin, codeine and cigarette tobacco broke down mentally, when I missed the right bus carrying me from Cologne back to Coblence and further home.
I don’t even know what brought me thus far; stress of all the year of traveling or in the end just the understanding that it’s home and childhood that I cannot flee from.
But in that moment, stepping out of the bathroom wrapped in abysmal depression, I started to cry. There was no-one who could’ve seen me cry better than my parents, more precise, my father.
My parents were the ones who started to console me when I came from kindergarten, because I didn’t know how to deal with people, feeling too much and crying too loud.
And in the end it were the words of my father, who, standing in the room and as always putting on music, took me crying little thing searching for redemption, into his arms and told me following words (which could rather lead to alienation that to intimacy if not searching for redemption but rather help in one’s own state of mind):
,,Evelina, patschimu ti platschisch? Kuda bi mi prischli jesli mi bi doma bili vsje deprissivnije? Peristanj plakat, vsjo horoscho. Ti i Mama, vi maji takje grustinje, no schisn boljsche tschem pitschjal i depressija.’’

And I listened. I only listened to those words and it was the first time that I started to believe again.

29th February/ 21st May 2020

,,Girl did you know that tomorrow is the name day of Margarita which basically means pearl and „child of light“ and pearls are only that beautiful because there are worms getting into the shell of an oyster and die while the pearl is basically birthed from the death of a worm? 
It’s very metaphorical and I think it’s beautiful’’

Ich erinnere mich noch, da war ich gerade über vier Tage zuhause Ende Februar um mir eine Spirale zu setzen und endlich wieder unfruchtbar zu sein, dass ich aus der Dusche stieg, einer dieser Duschen, in die man steigt und aus denen man nicht mehr steigen will, weil der Dampf sehr wohlig ist und einen ablenkt, von den Emotionen und Gedanken, die man immer fühlt.
Stand also dort in der Dusche und fühlte mich hoffnungsloser als ich niemals war, fragte mich ständig und immer und wieder, wie ich meiner Mutter sagen sollte, dass ich nicht weiß wie ich zu Leben habe, weil das Erwachsenensein mich immer und vor allem das Leben immer wieder überfordert. So weit, dass ich- zugepumpt mit Aspirin, Kodein und Zigarettentabak mental zusammenbrach, als ich den richtigen Bus verpasste, von Köln wieder zurück nach Koblenz und nach zuhause hin.
Ich weiß nicht einmal mehr was mich dazu brachte; Überforderung all der Jahre des Reisens oder letztlich einfach nur die Erkenntnis, dass es das Zuhause und die Kindheit ist, aus der ich nicht fliehen kann.
Aber in dem Moment, aus dem Badezimmer tretend und erfüllt von abgrundtiefer Depression fing ich an zu weinen. Es gab niemanden, der mich besser hätte weinen sehen können als meine Eltern, noch genauer, meinen Vater.
Meine Eltern waren die, die mich, aus dem Kindergarten kommend und lauthals weinend in den Arm nahmen und trösteten, da ich nicht wusste wie ich mit Menschen umgehen sollte, viel zu viel fühlte und lange schrie.
Und es waren letzten Ende die Worte meines Vaters, der, in dem Raum stehend und wie immer Musik anschaltend, mich weinendes, fertiges Ich in den Arm nahm und nur folgende ( In Gedankeneinstellungen, die eher nach Hilfe als nach Erlösung suchend, vielleicht eher zur Entfremdung als Annäherung führende) Worte sagte:
,,Evelina, patschimu ti platschisch? Kuda bi mi prischli jesli mi bi doma bili vsje deprissivnije? Peristanj plakat, vsjo horoscho. Ti i Mama, vi maji takje grustinje, no schisn boljsche tschem pitschjal i depressija.’’

Und ich habe zugehört. Ich habe den Worten zugehört und das erste Mal wieder geglaubt.

29. Februar 2020/ 21. Mai 2020

,,Babe, weißt du, dass morgen der Namenstag von Margarita ist, welcher grundsätzlich übersetzt ,,Perle“ bedeutet und ,,Kind des Lichts“ und Perlen sind nur so schön, weil dort Würmer in Muscheln eindringen und sterben, während die Perle also geboren wird durch den Tod eines Wurmes?
Ich finde das sehr metaphorisch und ich denke es ist wunderschön“